Schwerer Start in Schöftland

Mit leichten Startschwierigkeiten rechnet heute fast jeder, der ein Restaurant eröffnet. Dass man aber gleich nach der Eröffnung wieder schliessen muss, ist doch eher ungewöhnlich.

Auch Patricia und Danilo Senn aus Zofingen haben damit nicht gerechnet, als Sie im März letzten Jahres voller Zuversicht den «Ochsen» in Schöftland mit einem Willkommens­apéro feierlich eröffnet­­en. “Eine Woche später kam der erste Lockdown und wir mussten bereits wieder schliessen!”, erzählt Danilo Senn. Der gebürtige Brasilianer kam mit sieben Jahren in die Schweiz und kann bereits auf eine erfolgreiche Gastrolaufbahn zurückblicken.
Umsomehr schmerzt die aktuelle Situation: “Zuerst haben wir uns selber hinterfragt, ob wir alles richtig gemacht haben. Seltsamerweise sucht man den Fehler immer zuerst bei sich selber, obwohl wir ja wirklich Opfer des Lockdowns waren. Immerhin konnten wir uns dann im Sommer und Herbst für eine kurze Zeit das erste mal beweisen, und wir haben in dieser Zeit be­reits unsere ersten Stammgäste gewinnen können.”
An Mitgefühl und Verständnis in der Be­völkerung feh­lt es nicht. Im Gegenteil: “Wir erhalt­en immer wieder aufmunternde Briefe und es wurde sogar eine Spenden­aktion für uns lanciert. Wir werden immer wieder motiviert unbedingt durchzuhalten, und das schaffen wir auch!”, sagt Danilo Senn, der auch nach einem sehr holprigen Jahr immer noch sehr motiviert und zuversichtlich wirkt. “Aller­dings ist es nicht einfach die Fixkosten zu decken, komplett ohne Umsatz.” ergänzt Patricia Senn. “Unser grosses Glück, im Vergleich zu vielen anderen ist, dass unser Vermieter vollstes Verständnis für die Situation zeigt und uns auch mit der Pacht entgegen kommt.

Sehen trotz allem motiviert in die Zukunft: Das Wirtepaar Patricia und Danilo Senn

Die Geltendmachung der Gelder von Bund und Kanton ist aufwendig und teiweise sehr kompliziert, aber mitentsch­eid­end für die Weiterführung des «Ochsens» . Es ist bei weitem nicht so einfach, wie sich die Politiker in Bern das vorstellen. Der Erhalt der Liquidität ist eine Herausforderung, weil die Hilfsgelder nachschüssig und zum Teil mit beträchtlicher Verspätung ausbezahlt werden. Die Löhne und Fixkosten fallen dagegen monatlich an. Das durch die Ungewissheit
entstehen­de emotionale Auf und Ab ist sehr kräftezehrend. Unser Ziel ist aber die Weiterführung des Betriebes und der Erhalt der Arbeitsplätze für unsere tollen Mitarbeit­enden!”
Auf die Frage, wie sie sich die Motivation zum Durchhalten holt, lächelt Patricia Senn verschmitzt: “Wenn ich am Morgen in die erwatungsvollen Augen unseres zweijährigen Sohnes Marius schaue und er mich mit einem ‘Dada‘ anlacht, weiss ich, dass es Wichtigeres gibt als Geld, und dass wir das irgendwie schaffen werden!”

Im «Ochsen» ist Danilo Senn der Frontmann, der stehts gut gelaunt die Gäste mit einer tadellosen Küche und herrvorragenden Weinen verwöhnt. Patricia Senn ist für die Administration und die hausgemachten Dessertkreationen zuständig.

Hoffentlich bald ein Bild aus der Vergangenheit: Leere Restaurantküchen